Grenzenlose Welt
Eintauchen in eine grenzenlose Welt ?
Werde Amateurfunker !
Ein Funkamateur ist staatlich berechtigt, eine private Sende- und Empfangsanlage zu betreiben. Dies ermöglicht es ihm, mit andern Funkamateuren auf der ganzen Welt - von denen es über 2 Millionen gibt - drahtlos in Verbindung zu treten.
Die Funkamateure geniessen weltweit grosses Ansehen und hohen Stellenwert: Im intnationalen Radioreglement, das für alle Regierungen verbindlich ist, sind sie als eigener Funkdienst definiert, dem geschützte Wellenbereiche zugeteilt sind.
Wie werde ich Amateurfunker?
Für den Betrieb einer privaten Sendestation wird - vergleichbar mit dem Auto-Führerausweis - eine Amateurfunkkonzession benötigt. Voraussetzung ist das Bestehen einer vom BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) abgenommenen Prüfung, wobei folgende Bereiche bestanden werden müssen:
- Grundlagen der Elektro-, Hochfrequenz und Funktechnik
- Internationale und Schweizerische Vorschriften über das Erstellen und Betreiben von Amateurfunkanlagen
- Praktische Grundlagen der Funkbetriebsarten
Aufgrund der bestandenen Prüfung wird die Amateurfunkkonzession erteilt, die zum Betrieb einer Sende- und Empfangsstation auf den dem Amateurfunkdienst zugeteilten Frequenzbändern berechtigt. Die Vorschriften für die Amateurfunkkonzession können im Internet unter www.bakom.ch nachgesehen oder beim BAKOM bestellt werden.
Wer nicht vom Fach ist, muss bis zur Prüfungsreife ein ordentliches Pensum an "Amateurfunk-Fahrschule" absolvieren. Die notwendigen Kenntnisse kann man sich in speziellen Kursen/Schulen oder aber auch im Selbststudium erwerben.
Betrieb einer Amateurfunkstation
Mit der Ausstellung der begehrten Amateurfunkkonzession durch das BAKOM wird auch ein persönliches Rufzeichen zugeteilt. Die Amateurfunkstationen in der Schweiz führen die Nationalitätserkennung HB (gleich wie Flugzeuge, Ballone, Hochseeschiffe und -yachten), gefolgt von den Zahlen 9 oder 3 und höchstens drei Buchstaben (z.B. HB9AHL oder HB3YFG). Dieses Rufzeichen identifiziert weltweit den Amateurfunker aus der Schweiz. Es steht eine grosse Zahl
von interessanten Betätigungsfeldern
offen wie beispielsweise:
- klassische Kurzwellen-Verbindungen in der Schweiz, nach Europa oder Übersee
- Funkverbindungen mittels Sprechfunk, Morsetelegraphie, Fernschreiben, computergesteuerten - digitalen - Betriebsarten oder Satellit
- Amateurfunkfernsehen
- Verbindungen über die Funk-strecke Erde-Mond-Erde
- Eigenbau von Sendern und Empfängern, Erprobung von neuen Schaltungen, Experimentieren mit Sendeantennen
- Mitarbeit an wissenschaftlichen Projekten und Expeditionen (z.B. zur Erforschung von Umwelt und Wellen-Ausbreitungs-bedingungen)
- Aufbau von Notübermittlungs-Verbindungen im Rahmen von humanitärer Hilfe
Grüsse aus aller Welt
Im Funkverkehr bedeutet QSL "ich bestätige". Amateurfunker bestätigen ihre Funkverbindungen mit der eigenen QSL Karte, die das Rufzeichen und oft eine Foto der eigenen Funkstation oder deren Umgebung wiedergibt. Für besondere Leistungen im Amateurfunk - z.B. eine bestimmte Anzahl von Verbindungen mit Amateurfunkern - werden Diplome verliehen. Als Grundlage hierzu dienen dann die gesammelten QSL-Karten.
Welt ohne Grenzen
Weltweit verbindet die Funkamateure das gemeinsame Interesse an der Funktechnik und die Verlockung über alle Grenzen hinweg mit Gleichgesinnten auf allen Kontinenten drahtlos Verbindung aufzunehmen. Dies kann Amateurfunkstationen am Hauptsitz der UNO in Genf, im Tropenwald von Brasilien, auf der Forschungsstation am Südpol, im Space Shuttle oder beim Kollegen im Nachbardorf betreffen.
Der Funkamateur betätigt sich aber nicht nur in den eignen vier Wänden. Sehr beliebt ist der vom Stromnetz unabhängige Betrieb im freien Feld, im Auto, auf einem Schiff, in einem Ballon, einem Flugzeug sowie beim Wandern, Joggen, Bergsteigen oder sogar beim Gleitschirmfliegen. Ein ganz besonderer Einsatz von Amateurfunkstationen ist die "funktechnische Belebung" von unbewohnten und unerforschten Inseln oder übrigen Gebieten wie Höhlen, Wüsten oder driftenden Eisbergen.
Insgesamt stehen zwei Frequenzbänder im Langwellenbereich (135kHz und 1,8 MHz), neun Frequenzbänder im Kurzwellenbereich (3,5 bis 30 MHz) und zehn Frequenzbänder im UKW-, VHF und SHF-Bereich (50 MHz - 47 GHz) zur Verfügung.
Der Amateur war immer ein Pionier
Vor 1914 stand den damaligen Funkamateuren der ganze Wellenbereich oberhalb von 1,5 MHz zur Verfügung, weil man glaubte, dass hier keine Verbindungen über das eigene Wohnquartier hinaus möglich seien. Dank dem ständigen Pioniergeist der Funkamateure kamen aber bald Verbindungen bis 1500 km zustande und 1923 wurde erstmals der Atlantik auf einer Frequenz von 2,7 MHz durch Funkamateure überbrückt. In der neueren Zeit waren es wiederum die Funkamateure, die 1965 den ersten Satelliten betrieben, der ein empfangenes Funksignal wieder zur Erde zurückstrahlte.
Die Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure (USKA)
1929 wurde die Union Schweizerischer Kurzwellenamateure gegründet und zählt heute rund 4'000 Mitglieder. Die USKA verfolgt hauptsächlich nachstehende Zwecke:
- Wahrung der Interessen des Amateurfunkdienstes gegenüber den Schweizerischen Behörden und internationalen Organisationen
- Mitgliedschaft und Vertretung der Schweizerischen Funkamateure in der "International Amateur Radio Union" (IARU)
- Unterstützung wissenschaftlicher und technischer Institutionen durch Beobachtungen und Versuche
- Hilfeleistung in Notfällen
- Veranstaltung von Funkwettbewerben und Herausgabe von Diplomen
- Herausgabe einer Vereinszeitschrift ("old man"), Unterhalt einer Bibliothek und eines Archivs
- Betrieb einer Bandwacht
- Aufklärung der Öffentlichkeit ("Public Relations")
- Vermittlung von QSL-Karten
- Kompetenzzentrum zur Vermeidung von schädlicher Strahlung (NIS)
In den meisten Städten und Regionen bestehen Sektionen der USKA, in denen die Mitglieder persönliche Kontakte pflegen sowie Vorträge, Kurse und andere Veranstaltungen durchführen. Hier findet man auch die nötige Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Amateurfunkprüfung.